Die Clan-Unruhen von 1904

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Inspiriert von einer Bastelaufgabe aus dem Weltenbastlerforum, habe ich mal wieder die Weltenbastlerfeder geschwungen.

„Nicht einmal drei Jahre nach der Unabhängigkeit des Inka-Reiches begannen die Kriegerclans, die noch vor wenigen Jahren die Hauptlast des Befreiungskampfes getragen hatten, untereinander in Streitigkeiten zu verfallen.
Die Kriegerclans hatten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Geheimen gebildet, um mit dezentralen Guerilla-Taktiken die spanischen Besatzer wirtschaftlich und militärisch zu zermürben. Die Größen, Ziele und Vorgehensweisen der Gruppen unterschieden sich so logischerweise sehr stark; es gab Clans, die kaum ein Dutzend Mitglieder hatten, und solche mit tausenden Kriegern, mehr oder weniger stark religiöse Clans und solche, die grausame Morde begingen oder nur Wirtschaftssabotage begingen. Keoma Matos kam selbst aus einem Kriegerclan, der eher politisch im patriotischen, nationalistischen Sinne war und einen säkularen Staat haben wollte. Unter der „nationalen Allianz“ versammelte er aber auch viele religiös gemäßigte Clans, christliche wie indigene, aber auch radikal nationalistische und offen rassistische Clans. Nach der Vertreibung der Spanier wurde ein gemäßigt theokratischer Staat gegründet, der den „alten Volksglauben“ als Staatsreligion einführte, aber trotzdem den anderen Religionen gegenüber tolerant eingestellt war.
Wie es dabei selbstverständlich die Natur der Sache ist, fühlten sich viele Clans übergangen; die Christen wollten mehr Rechte, die radikalen Anhänger des alten Glaubens gar keine Christen im Land, andere wollten wiederum gar keine Religion in der Politik haben und einen rein weltlichen Staat. Viele waren aber auch einfach nur wirtschaftlich desillusioniert. Der junge Staat konnte nicht alle Krieger als Soldaten in den Dienst nehmen und die Dividende, die sich aus dem Erlös der zurückgelassenen spanischen Reichtümer ergab, war schnell verbraucht. Viele Kriegerclans suchten daher Verdienstmöglichkeiten in der organisierten Kriminalität und gerieten auch auf diesem Weg aneinander.
Der Inka-Staat ließ diese Umtriebe lange gewähren, da den Kriegerclans umfangreiche Rechte bei der Staatsgründung eingeräumt worden waren, dass sie untereinander eigentlich tun und lassen konnten, was sie wollten, solang sich ihre Aktivitäten nicht offen gegen den Staat und Unbeteiligte richteten. Erst als Anfang des Jahres 1904 die Wirtschaftsleistung rapide absank und immer mehr Angehörige und Zivilisten Opfer der Auseinandersetzungen wurden, setzte der Staat massiv Soldaten, Polizeikräfte und als verbündet geltende Clans ein, um die „Renegaten“ in ihre Schranken zu weisen, was wiederum zu heftigen Protesten und Auseinandersetzungen führte. Erst als sich der Staat zu einer Generalamnestie und massiven Konjunktur- und Förderprogrammen zugunsten der arbeitslosen Krieger bereiterklärte, ebbten die Unruhen ab – dafür mussten aber alle Kriegerclans ihre Waffen abgeben, die sie seitdem nur mit begründeten Anträgen für einen festgelegten Zeitraum zurückerhalten.
Die Versprechungen wurden tatsächlich umgesetzt und viele nahmen die staatlichen Umschulungs-Angebote in Anspruch; man hatte sogar Spezialisten aus Großbrittannien, Deutschland und Frankreich abgeworben, die einheimische Psychologen zur Behandlung von Kriegstraumata ausbildeten. Diejenigen, die aber unbedingt weiterkämpfen wollten, wurden dabei unterstützt, sich dem Unabhängigkeitskrieg in Mittelamerika anzuschließen und Widerstandszellen in Nordamerika zu gründen.“

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