[Cheshirepunks Senf] Gewalt ist NICHT Gewalt

Es passiert ja nicht oft, dass ich mich noch wirklich ernsthaft wegen einer Sache aufrege, aber Anfang der letzten Woche war es wieder so weit: Anlässlich der Ereignisse um die Rigaer Straße in Berlin haben sich einige Brains dazu bemüßgt, die Aussage „Gewalt ist Gewalt“ zu äußern. Zur Rigaer will ich an dieser Stelle nichts weiter sagen, dazu wird es vermutlich noch einen eigenen Artikel geben.

Gehen wir zuerst davon aus, dass der Satz wörtlich verstanden werden soll, dann ist der Aussagegehalt wie Kartoffel=Kartoffel. Bei einigen kam immerhin der Satz „Linke Gewalt ist so schlimm wie rechte Gewalt“, was ich zwar für oberflächlich halte und dem Extremismus der Mitte zuordne, aber es soll ja jeder seine Meinung haben. Aber kommen wir zurück zur Aussage „Gewalt ist Gewalt“. Die Autoren wollten damit wahrscheinlich ausdrücken, dass Gewalt schlimm ist, egal von welcher Seite er kommt. Sorry, dass ich das so deutlich sagen muss, aber diese Aussage ist dumm, ignorant und pro-faschistisch.

Warum dumm? Dumm deswegen, weil dabei im gleichen Atemzug die Gewalt derjenigen kriminalisiert wird, die andere vor Gewalt schützen wollen. Natürlich werden jetzt einige wieder sagen: „Aber wenn es gar keine Gewalt gäbe, wäre es doch am besten!“ Das ist richtig, aber so ist es eben nicht und wird es niemals sein. Gewalt liegt in unserer Natur und sich damit über andere zu erheben ist ein Imperativ der Evolution.

Warum ignorant? Ignorant deswegen, weil es die Gewalt der Verteidiger und Befreier mit der der Angreifer und Unterdrücker gleichsetzt. Damit wird der Widerstand der Kurden gegen den IS, die Befreiung Deutschlands durch die Alliierten mit der Aggression des IS und des Dritten Reichs auf eine Stufe gestellt.

Warum pro-faschistisch? Ich beziehe mich hierbei auf ein Zitat von George Orwell: „Pacifism is objectively pro-Fascist. This is elementary common sense. If you hamper the war effort of one side you automatically help that of the other. “ Im konkreten Fall bedeutet das, dass man mit Pazifismus die faschistischen Aggressoren und Gewalltäter schützt, indem man die Abwehrreaktionen der Nichtfaschisten demontiert, da der Faschismus gar keine pazifistischen Meinungen auf seiner Seite gelten lassen kann, wird und muss, während die Nichtfaschistischen die Pazifisten ertragen müssen.

Noch eine Seitenbemerkung zum Gewaltmonopol des Staates: Artikel 20,4 setzt dieses Monopol außer Kraft. Und wenn sich Legislative und Exekutive nicht an Gesetze in Deutschland halten, wie im Fall der Rigaer Straße, dann ist Widerstand erlaubt, wenn er nicht gar zur Pflicht wird.

Eine zweite Seitenbemerkung: Gewalt von staatlicher Seite und der Polizei ist meiner Meinung nach wesentlich schlimmer als Gewalt von links und rechts. Denn der Staat ist dafür da, sein Staatsvolk in dessen Sinen zu regieren und nicht dagegen Krieg zu führen.

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