[Cheshirepunks Senf] Der Brexit entlarvt die rechtspopulisten Europas

Cheshirepunks SenfWie es meine Art so ist, betrachte ich ja gerne politische Entwicklungen und Ereignisse in der Retrospektive. Das Brexit-Votum ist zwar noch nicht so lange vorbei und die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen wird man erst mittelfristig sehen (wenn es überhaupt zum Austritt kommt, was ja momentan noch nicht so klar ist), aber die politischen sind schon jetzt zu sehen: Die Einpeitscher des Austritts traten schon am Morgen nach dem Votum vor die Kameras wie kleine Schuljungen und mussten ihre Verheißungen vom unabhängigen und großmächtigen Empire revidieren.

Es zeigte sich das, was Politexperten schon lange prognostiziert haben: Rechtsextreme und Rechtspopulisten sind Machtmenschen mit einer großen Fresse, die nur im Rampenlicht stehen wollen. Dabei glaube ich bei vielen der Wortführer der neuen Rechten gar nicht so sehr, dass sie wirklich so rechts sind, wie sie immer tun; für sie ist der Nazi-SWAG nur Mittel zum Zweck.

Versuch eines Psychogramms

Der gemeine Rechtspopulist kann aus allen gesellschaftlichen Schichten kommen, sogar vom Storch gebracht werden. Er wird als Kind von den Eltern verhätschelt und sieht sich auch selbst zu Größerem bestimmt. Nur leider erkennt das die Umwelt nicht. Irgendwann schimpft dann Opa mal auf die bösen Ausländer und sagt, dass früher alles besser war. Der Rechtspopulist geht dann auf Wanderschaft, um sich ein Gefolge zu sammeln. Den Menschen erzählt er dann genau das, was der Opa ihm auch sagte. Und das finden dann einige Leute toll; und besonders finden sie den Rechtspopulisten toll, was dieser wiederum richtig toll findet. Also erzählt er immer mehr Geschichten vom Opa. Das Problem ist, dass der gemeine Rechtspopulist sehr vergesslich ist und einen ausgeprägten Fluchtreflex hat.

Fazit

Am Brexit sieht man, warum zu viel direkte Demokratie nicht gut ist. Das liegt in der Natur der Sache, dass viele Menschen denen hinterherlaufen, die am lautesten Brüllen und ihnen die größten Vorteile versprechen. Wir haben es also mit einer zutiefst menschlichen Form des Egoismus zu tun. Die Briten oder Engländer (je nachdem, wie es mit Schottland und Nordirland weitergeht) werden sehr bald merken, dass sie kein Empire mehr sind, sondern nur noch eine alleinstehende Mittelmacht, was sie bald wirtschaftlich und machtpolitisch auf internationaler Ebene erleben werden. Man kann nur hoffen, dass dieses mahnende Beispiel europaweit zum Nachdenken anregen wird.

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