[Blogroman – Death Desert] Kapitel 29 – Widerstand

»Du kannst das nicht machen! Du wirst gegen ihn kämpfen müssen. Und er wird dich umbringen. Und wofür? Für ein paar Leute, die du nicht kennst?«
Xarela ignorierte die Worte des Offiziers Raslan, der um sie und ihre Ordenmitstreiter herumlief, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Hinter ihnen liefen Tausende Flüchtlinge, sodass die Straßen überfüllt waren und es von oben aussah, als ob eine gewaltige Flut sich ihren Weg bahnte. Nur dass diese Flut nicht den Gesetzen der Schwerkraft folgte, sondern nach oben, in Richtung der Festung des Kriegerkönigs auf dem zentralen Berg in Draa’alan floss. Die Krieger der Stadt, die den Weg säumten, ließen sie meisten hämisch grinsend passieren, gaben nicht einmal einen Kommentar von sich, ein paar wenige gaben noch unflätige Kommentare.

»Was glaubst du, was du hier machst? Das ist eine direkte Herausforderung!«  Raslan hüpfte noch immer um Xarela herum wie eine Fliege einen Elefantenarsch. Die Elfin verdrehte leicht genervt die Augen, bevor sie ihm antwortete: »Vielleicht will ich eben genau das? Wenn ich ihn umbringe, hört die ganze Stadt auf mich, oder?« Der Offizier stutzte einen Moment und kratzte sich am Kopf, wodurch Xarela sich gut vorstellen konnte, wie er mal als kleiner Menschenjunge ausgesehen haben musste, als er zustimmte: »Ja, das ist schon richtig und er hat auch keinen Champion bestimmt …«
»Wie heißt er eigentlich?«, fiel ihm die Kriegerin ins Wort.
»Abogall«, antwortete eine stämmige Zwergenfrau hinter ihr, die ebenfalls einen silbernen Halbmond an Revers trug.
»Und wie ist er so?«, fragte Xarela in Richtung der Zwergin, zu der sie sich halb umwandte.
»Er ist mit jeder Nahkampfwaffe ein Meister, kann man so sagen. Aber außer dem Kampf interessiert er sich für nicht viel. Deswegen ist die Lage hier ja so mies!«

Xarela, Raslan und einige andere Silbermonde wurden zu Abogall, dem Meister der Waffen, vorgelassen. Sie fanden ihn in -natürlich- beim Trainieren, nachdem sie die weitläufigen Festungsräume durchquert hatten, die wohl nur zum Verwirren von Gegner angelegt und mit allen möglichen Waffen geschmückt waren. Das Trainingsgelände war ein riesiger offener Innenhof, der verschiedenste Bodenbeläge aufwies. An den Rändern standen Waffenregale, deren Inhalt der Vielfalt des Wandschmucks in der Festung in nichts nachstand. Abogall war ein mittelgroßer, breitschultriger Mann. Er trainierte nackt und die Strahlen der untergehenden Sonne spiegelten sich auf seinen schweißigen Muskelbergen. Ohne Scham drehte er sich zu der Gruppe um, als er sie nach kurzer Zeit bemerkte. Der Herrscher wickelte sich ein weißes Handtuch um die Hüften und ging auf Xarela zu.

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