[Blogroman – Death Desert] Kapitel 26 – Zurück an die Front

Forgolax lümmelte wieder am Bug des Luftschiffes mit einem Krug voll kühlem Bier in der Hand herum, während hektische zwergische Luftmatrosen um ihn herumliefen. Dieses Mal war er als Diplomat unterwegs, ganz Offiziell als gesandter des Adligenrats, der bis zur Wahl eines neuen Königs die Regierungsgeschäfte übernommen hatte. Sein Deckname war »Ambushin von Donnerfels«, das Adelsgeschlecht gab es wirklich einmal, war aber durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse ausgestorben. Sein Auftrag war es, Informationen zu sammeln und weiterzuleiten. In seinem Gepäck war ein Prototyp für den neuesten Langstreckensender, den das zwergische Militär zu bieten hatte. Er war gerade einmal so groß wie ein Obstmesser und wog auch kaum mehr. Elka musste wohl einigen Einfluss spielen lassen, um ihn auf diese Mission mit dieser Ausrüstung schicken zu können.

»Ich hoffe du findest etwas, womit wir den Krieg verhindern und den Täter finden können«, hatte sie ihm mit auf den Weg gegeben. Aber momentan war seine einzige Sorge auf dem Schiff, dass die Bierkühlung nicht ausfiel.

Das dachte er zumindest noch solang, bis sie über eine Horde von diesen verdammten besessenen Fressern flogen. Er schaute über die Reling hinab zu den Gesichtern der Verdammten, die gierig nach oben blickten. Als sie das Meer aus wogenden Leibern fast überquert hatten, nahm er eine einsame Gestalt war, die auf einer Düne stand, über die sie gleich hinwegfliegen sollten. Er hatte sie kaum erkennen können, aber sie sah vom Körperbau irgendwie elfisch aus. Kurz nachdem sie die Erhebung hinter sich gelassen hatten, begann das Luftschiff zu sinken, als ob etwas sie nach unten drücken würde. Mit steigendem Entsetzen sah Forgolax, wie sich die Fresserherde in Bewegung setzte, um ihnen zu folgen.

Die Landung war beinahe sanft und kaum einer an Bord nahm ernsthaften Schaden. Die Erleichterung nahm jedoch schnell ab, als die Fresser in rasendem Tempo immer näher kamen. Der Kapitän, ein graubärtiger einäugiger Veteran, bellte Befehle und die Matrosen zogen ihre Entermesser für einen geordneten Rückzug. Forgolax hatte als Diplomat natürlich nur einen versteckten Dolch bei sich und suchte in den Wrackteilen nach seinem Gepäck, in dem der Sender verborgen war. Als ihn die Matrosen mit sich zogen, zuckte er ergeben mit den Schultern mit den Gedanken: »Wird wohl sowieso kaputt gegangen sein.«

Natürlich waren Fresser in ihrem unnatürlichen Blutrausch wesentlich schneller als die disziplinierten Zwerge, welche aber mit stoischer Präzision die Besessenen in kleine Stücke hackten, als diese auf ihren dünne, kürze Linie prallten, die mit zunehmenden Druck an den Flanken eher zu einem Kreis wurde. Forgolax hielt sich zunächst neben dem Kapitän zurück, aber als die ersten Matrosen fielen und die Linien dünner wurden, griff er auch den Säbel eines Gefallenen und entzahnte sauber das Maul des nächsten Fressers, ein kleiner korpulenter Mensch, mit dem Knauf seiner geliehenen Waffe.

Egal wie viele sie töteten, die Gierhälse dürstesten mit unerheblicher Wucht und Mannzahl nach ihrem Blut. Als sie nur noch ein kleiner Kreis von etwa achtzehn Zwergen waren, begann Forgolax sich schicksalsergeben mit seinem Tod abzufinden. Der vermeintliche Diplomat hatte nur noch Augen für den Feind vor sich gehabt, als er merkte, dass der Druck endlich nachließ. Er hackte dem Fresser vor sich den Säbel in den Schädel und schaute dann über ihn hinweg. Eine Unzahl blau verhüllter Reiter machte die Fresser erbarmungslos nieder. Der Zwerg sah einen Reiter, der einfach mit ausgestrecktem Säbel die Reihe der Fresser entlang ritt und Köpfe sowie Schädeldecken kappte. Und dann sah Forgolax etwas, das er bei den Besessenen noch nie gesehen hatte: Sie zogen sich zurück!

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3 Antworten zu [Blogroman – Death Desert] Kapitel 26 – Zurück an die Front

  1. Claudia Cabinetto schreibt:

    Hallo,
    nach mehreren Fehlgriffen, freue ich mich riesig über deine Geschichte. Die einzelnen Kapitel sind sehr angenehm zu lesen, auch wenn man sich mal nicht chronologisch vorarbeitet.
    Was ich sagen will: Das ist sehr angenehmer Schreibstil für mich als Leser. 🙂

    • cheshirepunk schreibt:

      Hallo Claudia,
      vielen Dank für das Feedback 🙂
      Das mit der Chronologie habe ich so gehalten, um dem Blogroman einen serienartigen Stil zu verpassen, da die Vorbilder offensichtlicherweise auch „The Walking Dead“ und „Game of Thrones“ sind. Freut mich, dass es dir gefällt und ich hoffe, dass du die kleine Pause verzeihst 🙂 Ab Oktober geht es dann weiter 😉

      Liebe Grüße
      Ben

      • Claudia Cabinetto schreibt:

        Ja, „The Walking Dead“ habe ich erkannt und Pausen braucht jeder mal. Ich warte gespannt auf den Oktober.
        Liebe Grüße

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