[Blogroman – Death Desert] Kapitel 20 – Angriff

»Was ist hier los?!«, brüllte der König der Zwerge durch den Thronsaal.

Forgolax stand unentschlossen vor dem König und wusste nicht, was er nun zu tun hatte. Eigentlich war er kein Soldat im klassischen Sinne, aber ein Zivilist war er ebenso wenig. Ein Berater in weiten, rot-grünen Gewändern näherte sich dem Herrscher und wisperte: »Mein König, es scheint, dass wir angegriffen werden«

»Das weiß ich, du Sandkopf!«, tobte der Angesprochene auf seinem Thron und fuchtelte dabei mit seinem Hammer in Richtung des unglücklichen Beraters, der vor Schreck auf seinen Hintern gefallen war.

Die Tore des Saals wurden geschlossen und die Königswache, erfahrene und grimmige Zwerge, deren Bärte alle mindestens bis zu ihren Knien reichten, in vergoldeten und diamantbesetzten Rüstungen. Es waren genau vierzig dieser edlen Zwergenkrieger, die sich im Karree um den Thron herum positionierten, dazu kamen hunderte Wachen, die sich um die vielen kleineren und größeren Eingänge herum aufstellten.

Forgolax wusste zwar, dass er sich am sichersten Platz im ganzen Gebirge befand, aber so eingesperrt mit hunderten anderer Zwerge, die für ein Wertesystem standen, dass er nicht teilte, erfüllte ihn nicht gerade mit Freude. Lieber wäre er mit seinen Kollegen durch die Geheimgänge geschlichen und durch Abluftschächte geklettert, um die Situation auszukundschaften und Meldung zu machen.

»Kann mir denn hier keiner sagen, wer uns wo angreift?!«, brüllte Grimmbart III wieder durch die Runde, Forgolax beschloss die Situation zu nutzen und wandte sich dem König über die Köpfe seiner Leibwache hinweg zu: »Mein König, lasst mich aus dem Saal und ich werde euch innerhalb einer Stunde Bericht erstatten!«

»So…«, der König kam nicht dazu seinen Satz zu beenden, da ihm ein Pfeil durch die Kehle fuhr und an die Lehne seines Thrones pinnte. Der Pfeil war von einer hohen Position aus geschossen worden und hatte sich von schräg oben zwischen dem Kinn und der Halsbeuge des Herrschers in den Hals gebohrt. Mit seinen Augen folgte Forgolax der Flugbahn des Pfeils und blieb an einem offenstehenden Abluftschacht unter der Decke des Saals hängen.

Erschöpft von einem langen Tag nahm Forgolax einen Schluck aus dem riesigen Bierkrug und rülpste ausgiebig in die Atmosphäre seines Lieblingsgasthauses »Zur gebrochenen Axt« hinein. Es war laut und voll wie immer. Die Schenke wurde vor allem von dem Gesindel der zwergischen Gesellschaft besucht, wie es die feinen Krieger, Händler und Handwerker zu nennen pflegten. Bevor der Thronsaal geräumt worden war, hatte er noch einen Blick auf den Pfeil werfen können. Es war eindeutig elfische Machart, aber nicht die der Exilanten aus der Wüste, sondern waldelfische Arbeit. Schnell war klar, dass der Hauptangriff nur eine Ablenkung war, die aus ein paar Pfeilen auf Wachen am Eingang zum Gebirge bestanden hatte. Die Angreifer wussten, dass bei einem Angriff der Thronsaal abgeriegelt wurde – bis auf die Abluftleitungen, die erst dann geöffnet werden. Nicht mal der Zwergenagent selbst wusste das, also musste ein Eingeweihter zu den Attentätern gehören, außerdem würde doch kein so talentierter Meuchler unabsichtlich einen Pfeil benutzen, der auf den Auftraggeber schließen würde. Die Sache stank gewaltig, aber es war der Frage, wer sich an diesem Geruch erfreuen würde.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter [Blogroman] Death Desert veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s