[Blogroman – Death Desert] Kapitel 19 – Wenn zwei sich streiten

Ein Schrei riss Namian aus der Bewegung, mit der er sich gerade Wasser aus der hohlen Hand in den Mund schaufeln wollte. Toschka stolperte unbeholfen rückwärts in die Kaverne in der Nähe des Ausgangs, in der sich ihre kleine Flüchtlingsgruppe aufhielt. Ihr folgten zwei vermummte Gestalten mit gespannten Bögen, die sie auf die überraschten Gruppenmitglieder richteten, ihnen folgten weitere Verhüllte mit aufgelegten Pfeilen, die sich schnell in der Kaverne verteilten. Nachdem sie die wehrlosen Flüchtlinge umstellt hatten, die sich bis auf Namian, Tardos und dem draunischen Händler ängstlich zusammenkauerten, trat einer aus dem Überfallkommando hervor und enthüllte sein Gesicht. Es war ein Mann mit edlen, eleganten Gesichtszügen, die denen von Xarela glichen. Es hätte ihr Bruder sein können. Er wandte sich an Namian, den er, wie es den Anschein hatte, für den Anführer der Gruppe hielt: »Wir verfolgen euch schon eine ganze Weile und wollen euch nichts tun, nur den da«, er zeigte mit einer Kopfbewegung auf den Tardos »Und den Koffer mit dem Saft!«

»Den Saft kannst du haben, aber nicht Tardos!«, antwortete Namian bestimmt. Der Satyr selbst sagte gar nichts und stand einfach nur mit verschränkten Armen da. Der Elf antwortete ruhig mit einem seltsamen Akzent in der Gemeinsprache der Wüstenvölker: »Weißt du, was das wert ist, was er dabei hat?« Mit einem Seitenblick auf Tardos fügte er hinzu: »Du kannst auch für dich selbst sprechen. Wir wollen dir nichts tun, wir haben nur ein paar Fragen und vielleicht einen Job für dich. Wenn du kooperierst helfen wir auch deinen Freunden«

Der Satyr nahm langsam die arme runter und sagte im beruhigenden Tonfall: »Ich glaube euch kein Wort. Besser ihr verzieht euch jetzt. Der Stoff gehört euch nicht, sondern dem Syndikat. Der Deal wurde verzogen und ihr habt den Preis bekommen. Ich werde es in Draa‘alan oder einer anderen Stadt den Bossen geben!«

Der Elf lachte glockenhell auf: »Das kannst du vergessen! Draa‘alan ist wie alle anderen Städte auch…« Sein Kopf gab ein knirschendes Geräusch von sich und ruckte zur Seite, wenig später fiel sein Körper schlaff um. Blut sickerte aus einem nagelgroßen Loch an der Schläfe des Elfen und schon brach der Tumult aus. Einige weitere seiner Begleiter waren bereits gefallen, als sich plötzlich unter ihnen weitere verhüllte Gestalten materialisierten, die mit Schwertern und Speeren über die Spitzohren herfielen. Im Gegensatz zu dem Elfen und seinen Leuten, die in hellen Gewändern steckten, waren die Neuankömmlinge in einem dunklen Blau gekleidet. die Das Geschrei von Sterbenden und der Gestank des Blutes erfüllte den Raum und ließ einige aus der Gruppe würgen. Tardos, der bis jetzt ziemlich ruhig wirkte, war nun sichtlich irritiert und beunruhigt. Die Blauen trieben die Elfen in den Gang zurück, aus dem diese gekommen waren, während einige von ihnen jedoch bei der Gruppe verblieben.

Ein Blauer enthüllte sein Gesicht und sprach Tardos direkt an: »Mein Name ist Al-Wahalim Auftraggeber fordert deinen Kopf und den Saft. Mach dich bereit zu sterben« Bevor jemand reagieren konnte, hatte er schon sein Schwert gezogen und holte mit seinem Arm aus, als sein Kopf von einem Feuerball, der von der Seite blitzschnell angekommen war, zu Asche verwandelt wurde. Alle Blicke wandten sich zum Ursprung des Zauberspruchs und blieben auf einer zitternden Toschka hängen, deren offene Handfläche noch immer in Richtung des Leichnams von Al-Wahalim zeigte. Die anderen Blauen warfen sich vor ihr zu Boden und skandierten: »Es lebe die Mutter des Blutes!«

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