[Blogroman – Death Desert] Kapitel 18 – Sand

Ein Fuß vor den anderen setzen, und wieder, und wieder, und wieder. Nur Sand, überall nur Sand, wirbelte es Xarela schon seit Stunden durch den Kopf. An ihren Geliebten zu denken, hatte sie schon seit Stunden aufgegeben. Es brachte nichts und machte sie nur traurig. Mit Wasserflaschen bepackt wie ein Maulesel, ihre Lederkleidung hatte sie gegen einen langen Überwurf von einem der toten Akolythen getaucht, war sie jetzt schon mehr als einen halben Tag ohne längere Pause durch die Wüste geirrt. Die Sonne war im Osten aufgegangen und hatte schon ihren Zenit überschritten. Bei Einbruch der Nacht hatte sich die Elfenkriegerin einfach für eine Richtung entschieden und diese beibehalten. Da sie sowieso ihre Position in der Wüste nicht kannte, war irgendeine Richtung so gut wie jede andere und um sich nicht zu verlaufen, konnte sie sowieso nur geradeaus oder zurück.

Wenige Stunden nach dem Einbruch der nächsten Nacht, erblickte Xarela einige dunkle Zelte einige hundert Schritte vor ihr, als sie den Kamm einer Düne erklommen hatte. Das Mondlicht und die Sterne schienen so hell auf den Sand, dass sie Einzelheiten und Konturen erkannte, fast so gut wie am Tage. Die kleine Zeltsiedlung, sie bestand aus zehn kleineren und zwei größeren Behausungen, schien vollkommen verlassen. Kein Lagerfeuer kräuselte sich, es gab keine Wachen und auch keine Nutztiere waren in der Nähe zu sehen. Die Elfin näherte sich langsam dem anscheinend aufgegebenen Ort und zog erst am Fuße der Düne ihr Schwert, dessen leichtes Schaben sie beim Herausziehen nicht unterdrücken konnte.

Auch als sie nur noch wenige Schritte vom ersten Zelt entfernt war, hörte sie noch keine Geräusche von etwaigen Bewohnern, die man zu so einer Tageszeit vernehmen sollte. Kein Atmen, kein Schnarchen oder die Geräusche sich liebender Körper. Sie schob vorsichtig die Plane, die den Eingang des ersten Zeltes verdeckte, mit der Schwertspitze zur Seite, sah aber keine Körper. Nachdem sie einige andere Zelte mit demselben Ergebnis kontrolliert hatte, hockte sie sich neben die zentrale Feuerstelle und hielt ihre Fingerspitzen an die verkohlten Reste. Sie hatten Umgebungstemperatur. Hier war schon seit Tagen kein Feuer mehr entzündet worden. Als nächstes untersuchte sie das große Zelt neben dem Feuer. Wieder schob sie vorsichtig die Eingangsplane zur Seite.

Der Boden war bedeckt mit Leichen. Mindestens drei Dutzend. Xarela war zwar erschüttert, aber auch kaum überrascht. Sie beugte sich über die nächstliegende Leiche, um sie nach Verletzungen zu untersuchen. Es war ein junger Menschenmann, dem die Nase fehlte. Auch am Hals hatte er eine große Wunde. Der Mann schlug die Augen auf, als sich Xarela weiter zu seinem Hals heruntergebeugt hatte, und griff in ihre zusammengebundenen Haare. Sie schrie kurz vor Schreck, schob schnell ihr Schwert über seinen Kehle, drückte so die zuschnappenden Kiefer wieder zurück und durchtrennte so knirschend und langsam den Hals und die Wirbel, während sie sich mit beiden Händen auf die stumpfe Seite ihrer Klinge stützte. Im ganzen Zelt begannen sich jetzt schlurfend und stöhnend die anderen Leichen zu erheben. Die Elfin rappelte sich schnell auf und rannte aus dem Zelt. Ihr Blick blieb auf einer Öllampe hängen, die neben einem der anderen Zelteingänge lag. Feuerstein und Zunder lagen direkt daneben, genau das, was sie jetzt brauchte. Erst zwei Fresser waren aus dem Zelt gekommen. Xarela wunderte sich, dass diese hier langsamer waren, aber wollte sich nicht über ihr Glück beschweren. Wenige Augenblicke später hatte sie den Docht entzündet und die Lampe auf das Zelt geworfen, das sofort in rasender Schnelle Feuer fing. Sie empfing unterdessen die ersten Fresser, die es noch aus dem Zelt geschafft hatten, mit ihrem Schwert und köpfte die langsamen, ungeschickten Gegner durch gezielte Schläge. Die Luft war erfüllt mit dem Kreischen der brennenden Fresser und dem Gestank ihres brennendes Fleisches.

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