[Blogroman – Death Desert] Kapitel 16 – Verirrt

Wie lange sie schon durch die feuchten Höhlengänge geirrt waren, wusste Xarela nicht. Es hätten Stunden oder Tage sein können. Immerhin bot ihnen das Höhlensystem das Wichtigste zum Leben. Wasser gab es zuhauf in Form von Tropfen und Rinnsalen, die über die Wände liefen oder sich in einzelnen Kavernen sammelten. Sie aßen verschiedenste Pilze, die Namian entweder kannte oder deren »Gehalt an Tod« er magisch prüfte, wie er zu sagen pflegte.

Xarela fragte den Scholasten die eine Frage, die sie ihn immer wieder in regelmäßigen Abständen stellte: »Bist du dir sicher, dass wir hier von selbst wieder rauskommen und nicht irgendwie auf magische Weise?«

Er wusste, dass sich Elfen in beengten Räumen nicht wohl fühlten, wenn sie es nicht gewohnt waren und gab langmütig immer wieder dieselbe Antwort: »Sicher gibt es einen magischen Weg, den ich aber nicht kenne, aber es ist sicher, dass es möglich ist, auf natürlichem Wege wieder herauszukommen. Das haben auch andere geschafft.«

Mittlerweile war er sich sehr sicher, dass es sich um ein Wurmloch handeln musste. Zu eindeutig waren die Beschreibungen von Reisenden aus früherer Zeit. Er wusste jedoch nicht, dass sie in ihren Gedanken nun wieder bei ihrem Geliebten war und die Gefahr sah, seine Spur wieder ganz zu verlieren.

Nach einer Weile blieb Namian plötzlich stehen, die ganze Gruppe hielt an, und der Akolyth drehte sich Steif zu Trados um.

»Was ist?«, meckerte ihn dieser an.

»Du musst was von dem Saft nehmen und uns hier rausführen«

Der Satyr schaffte es irgendwie gleichzeitig Gier und Unwillen gleichzeitig in seinem Gesicht auszudrücken, bevor er nickte, eine Phiole aus dem Kästchen nahm und sich einen Tropfen der goldenen, harzähnlichen Flüssigkeit auf die Zunge laufen ließ.

Xarela fragte: »Wie lange dauert es, bis die Wirkung einsetzt?«

Daraufhin begann der Ziegenmensch zu meckern und im Kreis um die Gruppe zu hoppsen. Das Schauspiel wirkte so absonderlich, dass nach Tagen der Strapazen die Leute endlich mal wieder richtig ernsthaft und lauthals lachen konnten.

Tardos führte sie einige Stunden langsam aber zielstrebig durch die Gänge, bis sie an ein Steintor kamen. Daneben befand sich eine Wand, die mit groben Symbolen bedeckt war. Der Satyr hämmerte mit der Faust auf eines von ihnen, das sich in der untersten Reihe befand und einen Kreis mit abstehenden, geraden Linien, ähnlich einer Sonne, abbildete.

Das Tor begann zu knirschen und öffnete sich Stück für Stück. Sie rannten sofort aus der Öffnung hinaus, über eine kurze Rampe aus losem Sand – um sich mitten in einer Wüstenebene wiederzufinden, ohne eine Orientierung zu haben, wo sie sich befanden.

Namian nahm Xarela an die Seite.

»Du musst dich alleine umschauen, die Gegend erkunden und wenn du eine Stadt oder Oase gefunden hast, wieder zu uns zurückkehren«, sprach er eindringlich auf die Elfenkriegerin ein.

»Aber wenn ich nicht wieder zurückfinde?«

»Das müssen wir in Kauf nehmen. Wir haben kaum Lederbeutel, um Nahrung und Wasser zu transportieren. Die meisten aus der Gruppe würden keine zwei Tage überleben. Hier haben wir alles, um zumindest zu überleben«

Xarela schaute sich um. Einige aus der Gruppe waren schon von sich selbst aus zurück in die Tunnel gegangen, nur Toschka, Mykael, Isschaak und Tardos, der flach atmend im Sand lag, standen noch bei ihnen.

Die Elfin straffte sich und sagte: »Wenn es dunkel ist, werde ich aufbrechen«

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