[Blogroman – Death Desert] Kapitel 15 – Suche

Al-Wahalim war ein Mann der Wüste, des Sandes, des Windes und der Sonne. Genauso wie sein Vater und dessen Vater und alle Väter seines Volkes, die vor ihnen kamen. Ihnen gehörte die große Ata‘Makar und sie lebten hier schon so weit die Geschichten ihrer Urahnen reichten und lange, bevor die Menschen des Nordens und die Elfen hierher gekommen waren und ihre Häuser aus Lehm gebaut hatten. Feine Sandkörner rieselten durch seine Finger, als er eine Handvoll von ihnen nahm und daran roch.

»Sie sind hier entlang gekommen! Vielleicht vor einem Tag!« , rief er seinen Begleitern, fast ausschließlich Blutsverwandte von ihm, zu. Den Satyr, den sie finden sollte, war mit einer Kutsche gereist und er war mit Hexerei im Bunde. Der Wüstengeborene sah nicht nur die Räderabdrücke noch im Sand, wo ein Stadtbewohner nur Sandverwehungen gesehen hätte, sondern spürte auch die Unruhe der Wüstendämonen, die durch die unnatürliche Zauberei in Aufruhr versetzt worden waren.

Einige Dutzend Meter weiter stolperte ein weiterer Besessener über eine Düne, während Al-Wahalim gemächlich auf sein Kamel stieg, nahm sein Neffe Wadabi eine Schleuder zur Hand, legte einen Stein in die Schlaufe und begann sie immer schneller werdend über seinem Kopf zu drehen. Dann ließ er ein Ende los und der Stein flog in gerade Linie auf die Stirn des Angreifers zu und durchschlug diese, woraufhin der Verdammte einfach umkippte. Al-Wahalim lobte den Schützen: »Gut gemacht, Neffe!«

»Danke Onkel!«

Der Anführer gab das Zeichen und der Trupp aus zwanzig Söhnen der Wüste setzte sich auf ihren Kamelen in Bewegung.

Er hatte die Augen geschlossen und konzentrierte sich auf die Spur der Magie und sah schon vor seinem inneren, dritten Auge den Riss zwischen den Dimensionen, den nur die Beschwörung eines Wahub verursacht haben konnte, als Al-Walhalim ein Sirren und dann einen Aufschrei hörte. Als er die Augen aufschlug, sah er seinen alten Freund Rasim vom Kamel fallen, die Schulter durchbohrt von Pfeil. Weitere Pfeile flogen von rechts heran, trafen aber nur zwei Kamele. Al-Walhalim beschwörte den Wind des Sandes und brachte ihn zwischen seine Gefolgsleute und die feigen Schützen. Er stieg von seinem Kamel und eilte zu seinem Kampfgefährten und früheren Liebhaber, dem blutiger Schaum vor dem Mund stand. Der Rest des Trupps stieg ebenfalls ab und sicherte mit Holzschilden, die mit Büffelfell bespannt waren, oder Markisen aus Riesenskorpionpanzern. Murmelnd setzte sich Al-Wahalim neben Rasim, zog mit einem harten Ruck den Pfeil aus dem Körper seines Freundes. Ein Schwall Blut folgte und der Mann in seinem Armen hustete roten Lebenssaft hervor, der kleine, fleischfarbene Bröckchen enthielt. Der Wüstensohn entließ den Wind und Beschwor einen Dämon des Wassers. Eine wabernde Fläche aus brodelndem Nass materialisierte sich neben ihm. Er befahl dem Naturgeist seinen Freund zu heilen und schüttete die Hälfte seines Wassersacks auf die Wasserfläche in der Luft. Daraufhin floss diese in die noch blutende Pfeilwunde ein. Sie schloss sich und das röchelnde Atmen wurde leiser. Al-Wahalim sah sich den Pfeil genauer ein. Filigrane und perfekt ausgeführte Arbeit. Er roch an ihm und sein erster Verdachte wurde bestätigt: »Elfen!«

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