[Blogroman – Death Desert] Kapitel 11 – Erwachen

Trados erwachte auf dem Rücken liegend auf einem rumpelnden Gefährt. Als er die Augen aufschlug, blickte er in einen strahlend blauen Himmel, aber in seinen Verstand drängten sich verschwommene Bilder von fleischfressenden, körperzerfleischenden Bestien in einem Geheimversteck seines Bandenchefs. Dann ein Licht in einem dunklen Tunnel und Typen in seltsamen Roben. Das muss ein harter Trip gewesen sein, der Saft war echt der Hammer. Ein Rumpeln brachte ihn in die Wirklichkeit zurück, sein Blickfeld drehte sich etwas, als er sich aufrichtete und schwankte, als wenn es sich erst wieder auf einen Punkt fixieren musste. Ein erschrockenes Meckern entrang sich der Kehle des Satyrs, als er um sich herum nur Sand sah und sich auf einer bewegenden Fläche wiederfand, die wie blankpolierter Knochen aussah. Und das schlimmste war: Die Gestalten in den Roben waren auch da und schauten ihn interessiert an. Ein junger, freundlich aussehender Mensch sprach ihn an: »Guten Tag, es ist schön, dass ihr endlich aufgewacht seid. Ihr habt wahrscheinlich viele Fragen, aber zunächst gebe ich euch euer Eigentum wieder, bevor ihr euch noch mehr Sorgen macht! Mein Name ist übrigens Namian.« Tardos zuckte wie von einer Schlange gebissen zurück, als der junge Akolyth das Holzkästchen hervorholte. Es war das, in dem der Saft transportiert worden war, der ihm dieses Trip beschert hatte. Hatte er das Zeug etwas im Rausch gestohlen? »Kumpel, wie kommt das hier hin?«, meckerte der Satyr mit trockener Kehle, die sich anfühlte, als sei sie mit Sand abgeschmirgelt worden. Namian gab ihm einen prall gefüllten Lederschlauch, während er antwortete: »Als wir dich gefunden haben, hattest du es an dich gepresst, als ob dein Leben daran hängen würde.« Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: »Wir wissen von dem Saft…aber das ist deine Sache.« »Wohin bringt ihr mich?« Erst jetzt schaute sich der Ziegenmensch weiter um und ihm wäre fast der Trinkschlauch aus der Hand gefallen, als er sah, dass ihr Gefährt von skelettierten Pferden gezogen wurde und ihm somit die Erkenntnis langsam kam, dass er sich tatsächlich auf blanken Knochen befand. Namian wollte gerade zur Antwort ansetzen, als es aus Tardos heraus platzte: » Was seid ihr für Leute?!« »Eines nach dem anderen, Freund. Wir sind wohl die letzten überlebenden der nekromantischen Akademie zu Kaleistis und wir sind auf dem Weg nach Draa‘alan, um dort mit unseren Kollegen eine Lösung für die Katastrophe zu finden, die Kaleistis heimgesucht hat.« »Was für eine Katastrophe? Die einzige Katastrophe hier ist, dass ich Stoff im Wert einer kleinen Söldnerarmee bei mir habe, die ich offensichtlich meinem Boss geklaut habe. Wenn er mich findet, hängt er mich an meinen eigenen Gedärmen auf!« Namian lächelte daraufhin so nachsichtig und herablassend, dass Tardos ihm am liebsten seinen Huf ins Gesicht geschmettert hätte: »Freund, dein Boss ist mit Sicherheit von den Infizierten gefressen worden und wenn nicht, hat er sicherlich noch andere Probleme. In unserer Gesellschaft bist du auf jeden Fall sicher.« Der junge Akolyth erhob sich, während er Tardos fragte: »Was sind denn diese Infizierten?«, und mehr zu sich selbst: » Dann war das alles real?« Namian lachte auf: »Das wirst du gleich sehen, wir rasen gerade in eine Gruppe von ihnen, um eine schöne Kriegerin zu befreien!« Der Satyr wäre fast vom Wagen gefallen, als ein Rumpeln durch das gewaltige Pferd ging und er von vorn ein Kreischen und Knirschen hörte, ein Elfenschädel flog wenige Fingerbreit an seinen Hörnern vorbei, und dann sah er sie: Horden von Mordwütigen tauchten an den Seiten auf, die ihre Hände nach Tardos und den Nekromanten ausstreckten, die zu singen begonnen hatten, woraufhin die Infizierten zurückgedrängt wurden, gerade als Tardos einem die Hand zertreten wollte, der sich zu ihnen hochziehen wollte. Irgendwo in der Menge konnte Tardos sehen, wie eine Kriegerin um sich schlug. Der Wagen bahnte sich einen Weg zu ihr und der Satyr bemerkte, dass weiter vorn, da wo sich so etwas wie ein Kutschbock befand, bewaffnete und gerüstete Gestalten in das Getümmel sprangen, die seltsam abgehakte Bewegungen machten und ohne auf Verletzungen zu achten, einfach um sich hackten. Als sie die dunkelhaarige Kriegerin erreicht hatten, bildeten sie eine Eskorte um die Frau und geleiteten sie zum Wagen. Nachdem alle wieder aufgestiegen waren, nahm das Gefährt wieder Fahrt auf und Namian ließ sich verschwitzt neben Tardos auf den Boden fallen. Sein Gesicht war schweißnass und einzelne Haarsträhnen klebten auf seiner Stirn. Keuchend sagte er : »Weiter gehts. Das war ein schönes Abenteuer, nicht?«

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5 Antworten zu [Blogroman – Death Desert] Kapitel 11 – Erwachen

  1. Anita Heise schreibt:

    Das liest sich gut, bis auf die Tatsache, dass du den letzten Satz irgendwie doppelt moppelst. Mut dat so? 😉

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