[Urlaub – Diaries] Tag 4 – Endlich gutes Wetter und der Tenor vom Metalpub

Wie es das Schicksal so will, wurde das Wetter am vorletzten Tag des Kurztrips schlagartig besser. Dadurch ließ sogar ich mich zu einem Strandspaziergang hinreißen, lehnte aber ein längeres Verweilen ab und kehrte zum Hotel zurück, um dem Pool noch eine zweite Chance zu geben.

Der Pool war tatsächlich schon etwas wärmer, aber nach zwei Runden wurde mir wieder kälter und ich merkte bereits wie mir die Kälte in den Nacken stieg. Also schrieb ich lieber am Pool den Blogbeitrag für euch, beobachtete die Bademeisterin bei ihrem nervenaufreibendem Job und den norwegischen Großvater mit der dazu passenden Enkelin, der nicht nur stoisch, sondern mit wahrer Freude zusammen mit seiner Nachkommin einen Eimer Wasser nach dem anderen vom Pool zur Dusche schleppte. Bei der Dusche angekommen, folgte jedes Mal das gleiche Ritual: Zuerst die „Fußen“ waschen und dann einmal hintereinander mit einem „Hrui“ durch den kalten Wasserstrahl springen, echte Wikinger eben. Natürlich hieß das Mädchen wie Ibsens norwegische Nationalheldin der modernen Frau: „Nora“.

Nach dem Blogbeitrag arbeitete ich die „Focus Money“ durch und ich tat vor mir selbst so, als ob ich verstehen würde, was da stand. Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass ein schwacher Euro voll super für die deutsche Wirtschaft ist und deutsche Aktien viel zu günstig sind. Man soll jetzt kaufen und unbedingt „halten,halten, halten“. Japanische Aktien sind wohl sowieso voll cool. Schade, dass ich zwar kein Geld für Aktien habe, aber ich teile mein Wissen gern mit meinen Lesern. Wenn unter euch ein paar richtige Börsenhaie sind, dann meldet euch doch einmal 😀

Nach der mäßig erheiternden Exkursion in die Finanzwelt, widmete ich mich wieder den heitzschen Zwergen und schlief noch einmal den Schlaf der Gerechten.

Das Abendessen war richtig mies. Fettiges, sehniges Fleisch, dürre Rippen. Die vegetarische Alternative waren Nudeln mit Tomatensauce aus der Tüte, also blieb es hauptsächlich bei Pommes mit Knoblauchcreme.

Der Abend im Metalpub verlief fast wie immer. An dieser Stelle lohnt es sich aber vielleicht noch zu erzählen, dass auf dem Platz unterhalb des Metalpubs bis 22.30 Uhr ein Musiker Tanzmusik spielt und dazu der ganze Platz von den Abgründen des Standardtanzes wimmelt, flankiert von sich verzweifelt bemühenden Tänzern „modernerer Stile“, sich selbst darzustellen und Aufmerksamkeit zu erhaschen. Soweit auch an diesem Abend Business as usual. Doch dann trat ein altes Paar auf, sicher über 70, und legte richtig los. Ich weiß nicht, ob das die spanischen Weltmeister von 1953 waren, aber das war schon ein richtig fettes Brett, was die beiden ablieferten. Mit Aufforderung vor jedem Lied, Kniefall, zu Boden legen – es war alles dabei. Schnell hatten die beide ihre eigene Fangemeinde aus circa zwanzig bis dreißig Leuten, die jeden Move begeistert klatschend kommentierten.

Leider waren der ältere Mann und die junge Frau nicht wieder da, aber als neues Rätsel des Abends hatten wir zwei Kerle neben uns, die sich untereinander Englisch unterhielten, aber mit den Barleuten fließend Spanisch im örtlichen Dialekt sprachen. Amüsant war auch eine Gruppe von drei bis fünf Jüngelchen, die höchstens 16 waren und schon nach einer halben Stunde T-Shirts und Pullover erworben hatten und dazu fleißig Schnäpse bekamen. Daneben befand sich ein älteres Paar, das sich pausenlos ableckte, er der Typ erfolgreicher Unternehmer, Anfang 50, und sie Mitte 40, frisch geschieden und Hausfrau und Mutter oder Büro-/Industriekauffrau. Sie wirkten so, als hätten sie sich erst vor zwei Wochen in einer Kontaktbörse getroffen und gleich heißverliebt in den Urlaub geflogen wären. Dazu kam ein Balkon voller spanischer Metalheads aus deren Reihen dann einer entstieg, der plötzlich perfekt „Painkiller“ von Judas Priest nachschmetterte und übertönte dabei wirklich alles in dem Pub. Es kam so unerwartet und war so cool und witzig, dass wir nur noch lachen konnten, denn es war so surreal gut, dass wir nicht in der Lage waren zu filmen. Die Jüngelchen wären vor Schreck fast vom Stuhl gefallen, als er richtig loslegte und selbst das ältere, frisch verliebte Paar hielt in seinem schmuddeligen Tun inne.

Leider war unsere Zeit dann auch schon vorbei, da wir am nächsten Tag packen und nach Hause fahren mussten, aber die Jüngelchen hatten kapituliert.

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