Kreative Schreibpause und Offene Beziehung (07.12.-23.12.14)

Liebe Freunde,

erst einmal will ich mich dafür entschuldigen, dass in letzter Zeit so wenig auf meinem Blog kam. Ein wenig habe ich die Gründe schon angerissen, aber ich will es noch einmal genauer berichten. Hauptsächlich lag es an der Bachelorarbeit. Obwohl ich gut im Zeitplan bin und das Thema auch gut etwas hergibt, stresst es mich ziemlich unterbewusst und erfordert meine ganze Aufmerksamkeit. Das ist auch der Grund, warum mein kreatives Schreiben momentan pausiert. Ich habe einfach gemerkt, dass ich weder kreativ noch wissenschaftlich gleichzeitig richtig gut schreiben kann. Ich habe gemerkt, dass ich nichts von beiden richtig mache und in den Phasen, wo ich wissenschaftlich geschrieben habe, an meine Stories gedacht habe – und natürlich umgekehrt. Bei einer normalen Hausarbeit wäre mir das ziemlich Schnuppe, die kann man einfach so mit einer Zwei wegreißen und das reicht mir auch. Aber die BA ist eben zu wichtig und ich habe mich entschlossen die richtig und vielleicht auch somit schneller zu schreiben.

Das vielleicht Spannendere ist mein Wechsel im Beziehungsmodus. Ich bin seit circa 1,5 Jahren ziemlich glücklich in einer festen Beziehung gewesen, aber habe in letzter Zeit irgendwie gemerkt, dass mich etwas unterbewusst einengt und unzufrieden macht. Lange Zeit habe ich das auf die Uni, aber es sind dann Dinge passiert und Gedanken gekommen, die meinen Verdacht in eine andere Richtung geschoben haben. Diese Einengung und Unzufriedenheit hat sich sogar körperlich auf mich ausgewirkt, sodass ich irgendwie handeln musste. Vor ein paar Tagen kam mir dann so etwas wie eine Erleuchtung, die ich sofort in die Tat umsetzte. Ich einigte mich also mit meiner Freundin auf eine offene Beziehung und seitdem geht es mir besser. Zuerst dachte ich, dass es bei mir irgendwie das Bedürfnis nach sexueller Anerkennung von anderen Frauen ist, dass ich brauchte, aber schon einen Tag nach diesem Schritt merkte ich, dass es mir nicht darum ging, sondern um etwas, das ich die „Freiheit im Kopf“ nenne. Ich bin ein Mensch, der ein Problem damit hat sich irgendwie beschränken und vor allem einschränken zu lassen. Es ist auch nicht so, dass mir etwas gefehlt hätte, mir macht die Zeit mit meiner Freundin jetzt sogar noch viel mehr Spaß, ich nehme sie bewusster wahr. Allein schon die Tatsache, dass ich nicht mehr darauf achten muss, andere Frauen abzuchecken oder wie weit ich noch gehen kann oder nicht, hat einfach so einen Druck von mir genommen, dass ich mich schon einen Tag später körperlich viel besser fühlte. Auf lange Sicht, so bin ich mir sicher, wird es auch die Beziehung stärken, weil es dann, wenn es auch wirklich so funktioniert, wenn es ernst werden sollte, es keinen Grund auch mehr für eine Trennung gibt, von wegen Eifersüchtelei oder so und sonst bin ich zumindest glücklich. Und sie auch, zumindest sagt sie das ;D

Nun ist wohl die Frage, warum ich nicht schon früher darauf gekommen bin, wenn es mir schon so lange schlecht ging. Der Grund dafür war, dass ich selbst meine Freundin nicht teilen konnte und wollte. Jedoch haben mir diese Ereignisse in den letzten Wochen gezeigt, dass sie zu mir steht und mich nicht einfach so verlassen würde, wozu sie zeitweise genug Gründe gehabt haben könnte. Und dieses Vertrauen hat eben diese Gedanken, dass ein anderer sie mir dann wegnehmen könnte, weil er besser sein könnte ad absurdum geführt. So konnte ich eben diesen Schritt jetzt mit gutem Gewissen wagen und es ist ok für mich. Natürlich wurde viel drüber geredet, Regeln aufgestellt usw. Es ist auch nicht so, dass ich das Bedürfnis habe mich jetzt auf der Straße an den Hals zu werfen. Momentan scheint mir eher das Gegenteil der Fall zu sein, dass ich extrem so zufrieden bin mit meiner Freundin wie es ist und so etwas einen inneren Frieden gefunden habe.

Schlussendlich noch ein paar allgemeine Gedanken zur offenen Beziehung. Es gibt Theoretiker, die meinen, dass geschlossene Beziehung künstliche Konstrukte seien, um uns in Denkmuster zu zwingen, die es leichter machen uns zu beherrschen und das dieser Gedanke, dass man einer Person allein komplett gehört zu verurteilen ist. Ich will nicht sagen, dass ich das nicht glaube, denn immerhin scheint es auch Paare zu geben, die in geschlossenen Beziehung lange glücklich sind, aber meiner Erfahrung nach sind diese Paare auf Dauer in der Unterzahl. Schnell schleicht sich Langeweile und Alltag ein, weil man den anderen auch für selbstverständlich hält, viele sich gehen lassen und keine Mühe mehr für den Partner geben – Denn er „gehört“ einem schließlich und wenn der oder die sich dann einen Sucht, dann ist der andere der Arsch und man ist – nach kurzer Trauerphase – fein raus.

Ich glaube nicht, dass eine offene Beziehung für jede Beziehung das Patentrezept ist und ich denke auch, dass man so etwas nicht von Anfang an machen sollte. Man muss sich erst einmal kennen, zu schätzen und vertrauen lernen. Wenn man nämlich merkt, dass man auch aus anderen Gründen nicht mit dem oder der anderen zusammen sein will, dann lohnt sich der Stress auch nicht überhaupt eine Beziehung zu führen, sich an Regeln zu halten etc. Sonst kommen dann wohl solche Sachen raus „Du wolltest die Küche putzen“ – „Immer muss ich alles machen“ – „Dann fick doch eine andere, wenn es dir nicht passt!“ In dem Fall ist das Zusammenleben ein Problem, aber die Tatsache, dass da noch jemand anders ist, verstärkt dann noch die Aggressionen aufeinander.

Ich will auch nicht sagen, dass geschlossene Beziehungen Partnerschaften sind, in denen kein Vertrauen herrscht, sondern nur, dass man erst einmal Vertrauen braucht, um eine offene Beziehung überhaupt führen zu können. Natürlich muss man sich in einer offenen Beziehung auch ständig selbst hinterfragen und ehrlich sein, aber das muss man in einer geschlossenen auch sein. „Bin ich jetzt nur noch mit ihm/ihr zusammen, weil ich ihn nicht verletzen will und/oder es unsere Bekannten nicht so gut finden würden“ etc., sind sicherlich auch keine guten Gründe eine Beziehung weiterzuführen.

Ich wünsche euch frohe Weihnachten, jede Menge Geschenke und mal Zeit zum Ausruhen!

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2 Antworten zu Kreative Schreibpause und Offene Beziehung (07.12.-23.12.14)

  1. artemis4ever schreibt:

    Sorry, aber ich bin kein Fan von offenen Beziehungen. Ich könnte und würde so etwas nie wollen. Keine Ahnung wie das deine Freundin schafft…

    • cheshirepunk schreibt:

      Naja, nur weil du es nicht könntest, muss das ja nicht auch für andere gelten, oder? 😉 Meine Freundin genießt die Freiheit genauso wie ich.

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