Schwimmbad Diaries II

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich bin wieder ein paar Wochen lang Schwimmen gegangen und habe in diesem heterotopen Ort wieder einmal erstaunliche Entdeckungen gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Hier gehts auch zum ersten Teil!

Die Labertanten

In dieser Hinsicht habe ich mich im ersten Teil ein wenig vertan, was dieses Phänomen angeht, indem ich die schwimmenden Gesprächsgruppen nur auf Frauen fortgeschrittenen Alters projeziert habe. Tatsächlich gibt es marine Gesprächsgruppen in allen Altersgruppen von Pubertät bis Scheintot. Auch Studentinnen scheinen zu dieser Schwimmform zu neigen. Fröhlich plantschend und plaudernd zieht die Lehrämterinnen-Flottille ihre Bahnen, macht aber oft ziemlich schnell schlapp, reden und schwimmen ist ja schließlich anstrengend. Ich habe auch schon männliche Vertreter dieser Gattung gesehen. Diese treten aber zumeist entweder nur zu zweit schwimmend und redend auf oder versammeln sich in größeren Gruppen am Beckenrand, gerne auch um die Leitern. In beiden Fällen handelt es sich aber um ältere Exemplare und bei den schwimmenden, schnatternden Männern scheint es sich auch vorwiegend um Manager zu handeln, die dort nicht abgehört werden können oder was weiß ich. Auf jeden Fall reden sie über ihre Geschäfte und Mitarbeiter. An dieser Stelle sind weitere Beobachtungen noch dringend nötig!

 

Die Rennmilfs

Die Rennmilfs sind Frauen in den mittleren Jahren, also ungefähr zwischen vierzig und fünfzig angesiedelt. Diese muskulösen Damen rauschen brustschwimmend fünf bis sechs Bahnen wie ein Sportler entlang, um sich dann die selbe Zeit, die sie zum Schwimmen gebraucht haben, auszuruhen. Wenn dann ihre Nacken ausgekühlt genug sind, steigen sie aus dem Sportbecken und verschwinden dann im Nimbus der Reihenhaussiedlungen. Ich kenne mich einigermaßen mit Training aus und würde gerne diese Damen fragen, ob sie Bodybuilding betreiben oder etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Effizient ist diese Trainingsmethode sicher nicht, aber ich bin mir sicher, dass diese Frauen so schnell Einkaufstüten zum Auto und in die Küche tragen können, wie sonst niemand.

 

Der Sprinter

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag, aber obwohl er ein ähnliches Verhalten wie die Rennmilfs an den Tag legt, unterscheidet er sich doch stark von diesem Typus. Am Anfang meiner Schwimmzeit habe ich auch den Sprinter fälschlicherweise dem Sporter zugeordnet, weit gefehlt! Der Sprinter legt eine halbe, maximal eine ganze Bahn in einem möglichst auffälligen, anstrengenden und atemberaubenden Schwimstil zurück, also Butterfly oder Delphin, um sich dann kläglich im Schneckentempo und schlechter Technik bis zum Ende zu kraulen. Was dahinter steckt, kann nur spekuliert werden. Vermutlich die Aufmerksamkeit von Frauen, da es sich bei diesem Typus auch ausschließlich um gutaussehende, junge Männer handelt. Ob sie damit landen können, mag bezweifelt werden, da sich Frau sicherlich den wesentlich ausdauernderen Sportlern und Triathleten zuwendet.

 

Der/Die Rückenschwimmerin

Die absolute Krätze in jedem Schwimmbad, diese Schwimmart sollte verboten werden. Rückenschwimmer sind in beiden Geschlechtern vertreten und einfach nur ätzend. Naturgemäß nehmen sie die Bahn für sich ein und natürlich muss man ihnen ausweichen. Widerstand zwecklos. Ich warte schon auf den Tag, an dem ein Sprinter einen Rückenschwimmer versenkt. Es ist mir scheißegal wie rückenschonend das ist und was eure Ärzte sagen, verpisst euch einfach!

 

Der Spritzer

Nicht ganz so schlimm wie der Rückenschwimmer, aber schon ein Ärgernis. Es sind Leute, die in Techniken schwimmen, die sie nicht beherrschen, und damit vor allem beim Kraulen so ihre Arme bewegen, dass das Wasser in alle möglichen Richtungen spritzt. Glücklicherweise ist der Spritzer meistens auch ein Sprinter und daher auch auf das Geschlecht begrenzt. Spritzer gibt es natürlich in jeder Schwimmart, bei der es auf die Technik ankommt. Ja auch bei den Rückenschwimmern. Wer einmal einen rückenschwimmenden Spritzer erlebt hat, wird die wahre Bedeutung des Wortes Zorn kennengelernt haben. Nicht nur, dass es das Auge des Schwimmästhetikers beleidigt, auch die Schwimmer der angrenzenden Bahnen werden von diesem Wesen bedrängt.

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2 Antworten zu Schwimmbad Diaries II

  1. Kim schreibt:

    Lieber Ben 🙂

    Wer schon einmal im Schwimmbad ernsthaft schwimmen wollte, weiß wie Recht du damit hast. Du solltest ein Buch darüber schreiben. 😀 Wirklich genial!

    Ganz liebe Grüße ❤
    Kim

    • cheshirepunk schreibt:

      Dankeschön, dass du meine zeitaufwendigen, aber doch räumlich begrenzten Studien verifizieren konntest. Buch schreiben wäre vielleicht wirklich eine Idee, habe mir da in dem Zusammenhang noch gar keine richtigen Gedanken zu gemacht ^^

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