Amazon ist nur ein Symptom des kranken Systems

Land auf, Land ab hört man von dem bösen bösen Amazon. Ein grausames, gesichtsloses Wesen, dass angeblich den Untergang des Abendlandes und allen Lebens auf der Erde besiegeln soll. Das hört man zurzeit aus dem Lager der Autoren und Buchblogger.

Nun frage ich mich doch ernsthaft, was solche Leute von einem kapitalistischen System erwarten? Man überlebt in unserem Wirtschaftssystem nur als so großes Unternehmen, wenn man eben alle Register zieht. Vor einigen Jahren regte man sich noch über die großen Buchketten, die angeblich auch die armen Verlage abgezogen haben sollen. Dabei haben die meisten Verlage auch keine weiße Weste und beuten auch Autoren aus.

Lange Rede kurzer Sinn: Es gibt keine Guten in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem!

Jetzt werden einige sagen: „Aber die kleinen Buchladen sind doch in Ordnung!“

Nein, das sind sie nicht. Sie haben in den meisten Fällen nur schlecht gewirtschaftet und die einzelnen Ladenbesitzer würden genau das Gleiche wie der Amazonchef machen, wenn sie könnten.

Und selbst wenn sie besser wären, dann denkt doch auch mal an die Leute, die nicht in so hippen Großstädten wie Hamburg oder Berlin wohnen, wo sie beim „vegan-feministischen-fairtrade-Buchhandel“ ihres Vertrauen Bücher kaufen können.

Nun sagt man, dass Amazon Hungerlöhne zahlen würde im Gegensatz zu Thalia.

Das liegt daran, dass bei Amazon Lageristen arbeiten und bei Thalia ausgebildete Kauffrauen und Kaufmänner. Man sieht, wo hier wieder das Problem liegt: Am System.

In keinem amazonkritischen Kommentar liest man was von Forderungen eines flächendeckenden Mindestlohnes.

Dann hört man, dass Amazon schon den Buchhandel in den USA kaputt gemacht und der in Europa wird folgen.

Selbst wenn das passieren sollte, sind das wiederum die Auswüchse unseres Wirtschaftssystems, dass auch die meisten Autoren und Leser gegenüber bösen Linksradikalen vertreten. Aber ich glaube nicht, dass es in Europa so weit kommen wird. Zum einen gibt es bis jetzt keine Hinweise auch Buchladensterben in Deutschland. Klar, in Kassel gab es beispielsweise noch vor zwei Jahren drei Buchladen im Umkreis von zweihundert Metern, jetzt gibt es nur noch zwei, Surprise, Surprise!

Zum anderen: Habt ihr euch mal Bücher aus dem angelsächsischen Raum angeschaut? Die sehen oft einfach nur scheiße aus und mit den Seiten will man sich nicht einmal den Arsch abwischen! Natürlich holt man sich da lieber einen stylischen Reader, als ein Bündel bedrucktes Butterbrotpapier mit sich rumzuschleppen.

Woran liegt das aber wieder? Am System!

Also liebe Leute, wenn ihr etwas ändern wollt, dann lehnt euch gegen das bestehende Wirtschaftsmodell in der BRD auf und setzt euch für soziale Wirftschaftsreformen ein.

Und/Oder macht es so wie ich und genießt einfach die Vorteile des System und melkt es aus, missbraucht es und freut euch an 50€ billigeren Kindles usw.

Man kann trotzdem Amazon scheiße finden, obwohl man da einkauft. Schon gewusst? Ich kann heute bei Thalia was kaufen und morgen bei einer Demo die Scheiben von der Hütte einwerfen. Solang ihr das System nicht ändert, werdet ihr euch nicht die Auswüchse davon bekämpfen. Ihr könnt euch über Amazon empören, über die Linken pöbeln und dabei Stolz auf euren tollen, sozialen Rechtsstaat sein, aber ihr werdet nichts ändern und Amazon und Leuten wie mir wird das egal sein. Das Verhalten diverser, superreicher Autoren und Verlage erinnert mich ein wenig an das Geheule von prominenten Schauspielern und Musikern über Medienpiraterie.  Wenn sich die Autoren und Verlage zusammentun würden, könnte Amazon einen scheiß machen, aber es sind letztendlich genauso selbstsüchtige Kapitalisten wie Amazon, die nur das Beste für sich selbst rausholen wollen. Sie sind auch nur Produkte des Systems.

Eine Alternative gibt es natürlich auch noch: Ihr geht in den Wald, schreibt eure eigenen Bücher und erfreut euch daran.

So, ich chill jetzt mit meinen Reptiloidenfreunden und den Buddys von der Rothschildjugend im Erdkern.

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